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Öl als Grundlage der Wirtschaftskraft und Weltmachtstellung

Öl verdanken wir das Häuschen im Grünen, aber auch die geschichtliche Entwicklung des letzten Jahrhunderts.

Die Supermächte jeder Zeit hatten stets einige Faktoren gemeinsam. Sie hatten

  • wenige Grenzen zu verteidigen,
  • einen strategischen Waffenvorteil und
  • ihr Bruttosozialprodukt nahm zu Beginn ihrer Übermacht mehr als die Hälfte des Weltbruttosozialprodukts ein.


Das Entdecker Spanien etwa hatte eine Grenze nach Frankreich und eine insignifikante nach Portugal, Gold aus der neuen Welt, Navigationstechnologie und Musketen. Beim Übergang zu Frankreich als Supermacht gab es den 30-jährigen Krieg.

Frankreich hatte den Colbert Merkantilismus, an den Grenzen Spanien und ein schwaches, gespaltenes Deutschland, sowie überlegene neue Artillerie, deren Wirkungsweise sie heute noch an der Heidelberger Schlossruine studieren können. Beim Übergang zu England als Supermacht gab es die napoleonischen Kriege.

England hatte überhaupt keine Grenzen, das Kolonialreich mit Kohle und hatte Dampfkraft Technlogie. Wenn die ohne Segel den Jangtse Kiang hochfuhren, konnten die Chinesen dagegen nur Däumchen drehen. Beim Übergang zu Amerika als Supermacht gab es die Weltkriege.

Amerika hatte zwei leichte Grenzen zu friedlichen Mexikanern und Canadiern, einen gewaltigen heimischen Wachstumsmarkt und Öl in Texas und Colorado, als man im mittleren Osten noch dachte, das sei Medizin. Beim Übergang zu ??? gibt es .... Na, Prosit Neujahr und schönen Lebensabend.



Öl spielte eine wichtige Rolle beim Kollaps der Sowjet Union. Reagan musste viele Karikaturen über sich ergehen lassen, weil er den Russen Getreide verkaufte, aber deren Öllieferungen nach Europa schliesslich erfolgreich zu unterbinden verstand. Als er eine Ladung Korn vor dem Kreml beim General Sekraetär vorfährt, legt man ihm lästerlich in den Mund: Mehr Getreide, Du gottloser Barbar?

Die schwache kommunistische Wirtschaft konnte nicht genug Lebensmittel produzieren, um ihre Leute zu füttern und Reagan entzog Ihr Devisen, indem er es lieferte. Saudi Aramco setzte die Ölpreise auf sein Betreiben herunter und pumpte Öl wie doll. Die Russen konnten damals noch dreimal mehr Öl als die Saudis produzieren, aber zu viel höheren Kosten. Sie setzten im Westen wegen der niedrigen Preise nichts mehr ab. Damit fehlten dann Milliarden Devisen.

Reagan bewegte schliesslich die Europäer auch per Übereinkommen, Ihr Öl nicht von den Russen zu kaufen. Damit konnten die keinerlei nennenswerte Devisen mehr einfahren und weder Waffen, Technologie, noch vieles Lebensnotwendige importieren. Eine unfreie Wirtschaft ohne Wettbewerb hat keine Innovationskraft. Technologie musste daher importiert oder, ebenso oft, gestohlen werden.



Das heimische Öl war ursprünglich Grundlage unglaublicher amerikanischer Wirtschaftskraft und war strategischer Waffenvorteil. Öl getriebene Schiffe waren Dampfschiffen überlegen.

Aber heute hat sich das Bild gewandelt. Ein 30 Stockwerke hoher Flugzeugträger fährt keine 4 cm weit mit einem Liter Sprit. Die nötigen Mengen findet man jetzt im mittleren Osten. Ein Flugzeugträger stellt einen Riesenwert dar, aber mit einer Cruise Missile für 2 Mio. Dollar kann man ihn abschiessen.

Wer ist die nächste Supermacht? Ein Volk mit hoher wirtschaftlicher Kraft, also ohne bezahlten Urlaub und andere Dekadenz-Anzeichen, hoher Bevölkerungszahl, wenigen zu verteidigenden Grenzen. China? Zunächst einmal müssten sie allerdings ihre grosse Depression durchmachen, wie jede schnell wachsende Supermacht vor ihnen. Das könnte uns noch einmal eine Verschnaufpause bei den Ölpreisen bringen.

Was wird der strategische Waffenvorteil sein? Smart Bombs, die man Leuten wie Saddam direkt durch den Schornstein auf den Schreibtisch fliegen kann?

Jede neue Offensivwaffe brachte über kurz oder lang eine Defensiv Entsprechung hervor, so wie der Speer den Schild. Gegen Atomwaffen fehlt so ein Schild immer noch, gegen Handtaschenbomben auch. Ist ein Schild gegen den neuen Speer der Handtaschenbomber möglich?

Frieden und einen neuen strategischen Vorteil könnte die Erfindung eines Schildes gegen den Speer der Atomwaffen bringen, eine Strategic Defense Intiative (SDI StarWars), wie sie Reagan vorschwebte und wie sie von ihm angestossen wurde.

Dem Einwand, so etwas sei nicht mit 100% Schutz möglich, begegnete Reagan mit dem Argument: Auch eine schusssichere Weste schützt nicht zu 100%, aber ist das ein guter Grund, keine zu tragen?

Auch der künftige strategische Vorteil könnte mit Energie zu tun haben.



Als bei dem letzten Übergangskrieg dem alten Löwen England die Zähne ausfielen, beteiligten sich viele Herrenvölker an dem Supermachtrennen, die nicht hineingehörten.

Japan musste sich das Öl gewaltsam in Singapur holen und hatte in seinem imperialistischen Riesenküstenreich allerlei hässliche Grenzen zu verteidigen. Sie hatten die strategische Bedeutung des Öls gar nicht erkannt. In Pearl Harbor schlugen sie alles kurz und klein und vergassen, die Öltanks zu bombardieren. So war die U.S. Flotte schnell wieder fit.

Deutschland hatte haufenweise hässliche Grenzen zu mächtigen Nachbarn. Es gibt Leute, die der wohlbegründeten Ansicht sind, Hitler musste den Krieg 1939 beginnen, weil er in seinem staatsübersteuerten Reich sonst einer riesenhaften Rezession entgegen gesehen hätte.

Er musste Russland angreifen, weil er in Sebastopol an das Öl kommen musste. Rommel kapitulierte, weil er keinen Sprit mehr hatte. Die ersten Überschall Versuchsflugzeuge wurden mit Ochsen auf die Landebahn geschleppt, weil man nicht genug Treibstoff hatte.

Aber Deutschland lag bisher stets in der Mitte und wurde jedenfalls verwüstet bei den Übergangskriegen. Selbst im 30-jährigen Krieg, als hier keiner Supermacht oder Herrenvolk werden wollte. Immerhin wurde Deutschland auch dabei anschliessend als Verlierer und Kriegsschuldiger zum Aufteilen gebraucht.

Und für die Rolle bauen wir ja derzeit wieder spitzenmässig vor. Zu Hause wird das Militär radikal abgebaut. Alle über Jahre in die Dörfer aufgebauten Beziehungen der Einheiten in die Bevölkerung gehen verloren. Der Verteidigungsauftrag für das eigene Land ist schon nicht mehr durchführbar. Das auch für Katastrophen-, Epedemie- und Terrorfälle nützliche Lazarettsystem wurde aufgelöst.

Dafür sind wir buchstäblich überall in der Welt mit Militär unterwegs, um uns in andrer Leute Leben und Mohn-Anbau einzumischen und uns nach Möglichkeit langfristig unbeliebt zu machen.

Wenn dann hier keine Kasernen mehr sind, und die alte Supermacht uns nicht mehr schützen kann, müssen wir uns dann wirklich wundern, wenn die Leutchen vom Hindukusch mal gucken kommen, was es hier bei uns so zu holen gibt, wo die mit dem feschen oliven Spielzeug alle herkommen?

War das nicht genau das, was den Römern passiert ist? Ihren heimischen Limes und deren Betreiber kannten Alarich und Attila ganz gut. Schaun wir mal, dachten sie, wo die dekadenten Chefs auf den Geldsäcken sitzen und mit den Beinen schlenkern. Mal sehen, ob die in Rom noch ein Schwert schwingen können.

Stets, wenn sich die Verhältnisse umkehren, soll man vorsichtig werden. Wenn die fleissigen Deutschen in die Türkei fahren zum Urlaub machen und die faulen Türken nach Deutschland kommen zum Arbeiten, dann fängt es an schwierig zu werden.

In diesem Fall ist ein Umschwung globalen Ausmasses durch das Ende des Öls direkt vorauszusehen. Enorme Kostensteigerungen und Veränderungen der Lebensqualität stehen an. Punktuell konzentrierte Resourcen von denn wir abhängig sind, werden knapp. Gibt es klarere Vorzeichen für kommenden, zumindest höchst wahrscheinlichen Unfrieden? Ist der nicht durch die Rucksackbomber schon zu erkennen?

Krieg kommt über ein Land nicht wegen zuviel Militär, sondern wegen zuwenig. Angegriffen wird stets der, den man glaubt angreifen zu können.

Staaten misstrauen sich nicht, weil sie rüsten, sondern sie rüsten, weil sie sich misstrauen. Der Iran fürchtet, um sein letztes Öl gebracht zu werden durch Atombomben in den Händen derer ohne Öl. Die ohne Öl fürchten, um Ihre Technologie und ihren Reichtum gebracht zu werden durch Atombomben in den Händen von Leuten, die Menschenleben wenig Wert beimessen und ihnen den Hahn zudrehen.



Wie lange kann es dauern, bis so eine Grossmacht, wie Amerika, sich in Grund und Boden wirtschaftet, wenn sie ihre alten Gründungswerte vergisst, keine guten Führungskräfte mehr hervorbringt, und damit Wechselgefahren für die ganze Welt herauf beschwört?

Bismarck wusste es und sagte in einem privaten Gespräch nach seiner Entlassung und nicht lange vor seinen Ableben: "20 Jahre nach dem Tod Friedrichs des Grossen (1786) kam Jena und Auerstedt. (Der Zusammenbruch Preussens und des deutschen Reiches unter Napoleon 1806.) Und wenn die in Berlin so weiterwursteln, dann wird 20 Jahre nach meinem Tode die Katastrophe eintreten."

Bismarck starb 1898 und der erste Weltkrieg endete 1918, also 20 Jahre später, mit Deutschland als Verlierer und welteinmütigem Kriegsschuldigen.

Reagan starb 2004, ziehen wir mal 4-5 Jahre von den 20 Jahren ab, in denen auch schon Napoleon und der Weltkrieg unterwegs waren, so bringt uns das bis in das Jahr 2020 - 2025. Kohl lebt ja noch. Vielleicht dauert es in Deutschland etwas länger.

Können Sie sich an das Hippy Lied aus kalten Kriegszeiten erinnern: In the Year 2525, if men is gonna be alive ...? In diesem Sinne lassen Sie uns leben und das Leben geniessen. Es macht doch Spass einige genüssliche Lebensinhalte in althergebrachter Weise selbst zu machen, nicht etwa, wie dort beschrieben: You pick your son, pick your daughter too, from the boardroom of a long drive through.

Schon Sokrates wusste: Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen. Wir kommen schon durch. Versuchen wir im Zeichen der Globalisierung unser Risiko zu streuen, wie Rothschild, der gegen Judenverfolgungen und Diskriminierungen seine Söhne nicht in Paris beliess, sondern in alle europäischen Wirtschaftsmetropolen verteilte.

Für jedes Land ist ein gut ausgestattetes Militär, das zu Hause gut übt und ansonsten jeden Unfug vermeidet, genau wie eine Feuerversicherung für jeden Privathaushalt. Man kann nur jedem empfehlen, eine abzuschliessen. Und zwar bevor es nahebei brennt. Wenn es erst brennt, ist es zu spät.

Innerer Friede, den eine gute Polizei gewährleistet, sowie äusserer Friede, den gutes Militär gewährleistet, sind Grundvoraussetzungen für Wirtschaftskraft, denn sie erlauben den Aufbau und Erhalt von Wert. Unfriede zerstört Wert.

Solange man inneren und äusseren Frieden gewährleisten kann, und dazu auch mit geringer Regulation und Besteuerung Wirtschaftskraft stärkt, solange braucht man die strategischen Resourcen nicht selbst zu besitzen. Die Öl-armen Kriegsverlierer beim letzten Supermachtwechsel Japan und Deutschland haben es in den letzten 60 Jahren bewiesen.

Vielen Dank für Ihr Interesse.
5.3.07 20:59


Ethanol als Ölersatz

Das meiste Öl wird für Fortbewegung verbraucht, 75%. Flugzeuge verheizen nur etwa 6% des Fortbewegungsöls, also 4.5% über alles. Längerfristig werden wir andere Autos bauen, dichter bei der Arbeit wohnen und Online kommunizieren.

Über wenige Jahre aber ist die Nachfrage extrem unelastisch. Das heisst, wir werden unser Leben und unsere Wirtschaft nicht schnell umstellen können und beängstigende Einschränkungen verarbeiten müssen.

Die USA verbrauchen 25% des Öls der Welt. Deren Entwicklung spielt also eine Rolle. Mit Gas gibt's ein ähnliches Problem, aber nicht ganz so schlimm.

Die neuen Hydrogen Autos in Amerika von Lexus (Toyota) sind für breite Durchsetzung noch mit Billionenkosten verbunden für neue Produktions-, Logistiksysteme, Tankstellen und neue Autos. Sowas dauert auch alles ein Weilchen.

Der Wasserstoff Markt hat jetzt schon eine Milliarde Umsatz. 85% gehen in Dünger und in Benzin Additive. Eine Wasserstoffflamme ist übrigens ebenfalls fast unsichtbar. Die Politik kommt mit unsichtbaren Gefahren schwer zurecht, siehe Nuklear Energie.

Na schön sagen Sie, was ist mit Ethanol?

Den üblichsten Mix von 85% Ethanol und 15% Sprit könnten die meisten Tankstellen relativ schnell abgeben. Man bekommt dadurch etwa 30% mehr Verbrauch und trägt 150 Euro mehr in die Werkstatt. Das geht noch.

Funktioniert das irgendwo in grossem Massstab? Ja, funktioniert. In Brasilien. 3/4 der neuen Autos verwenden dort beides, je nachdem was grad billiger ist. Brasilien importiert kaum Öl.

Auch dabei würden aber erst noch für Milliarden Tankstellen, Raffinierien und viel Zeit ins Land gehen. Immerhin, es geht.

Problem allerdings: Die Brasilianer machen das mit Zuckerrohr, was bei denen billig wächst und sehr Energie effizient ist.

Brasilien ist zudem ein warmes Land und hat weniger Probleme mit den Kaltstarts, die mit Ethanol immer noch kommen. Aber dafür hat man ja noch beide Antriebe.

In unseren Breiten ist bisher Mais vorgeschlagen und verwendet worden, wobei sehr fraglich ist, ob man nicht bei dem Anbau für Düngung, Trecker und Verarbeitung mehr Energie verheizt, als man am Ende an Energie produziert. Hier gibt's noch Forschungsbedarf und möglicherweise zu wenig Zeit.

Das Getreide, das den 100l Tank eines Geländewagens/SUV füllt, würde einen Menschen für ein Jahr ernähren. Dabei sind die USA der Welt führender Getreideproduzent und Exporteur.

Das bedeutet, wenn das Getreide in die heimischen Sprittanks wandert, dann besteht die Gefahr, dass in einigen weniger demokratischen und daher weniger produktiven Entwicklungsländern Hunger ausbricht und damit Unruhe und Terror.

Die Geschichte kennt übrigens keine einzige Hungersnot in einem demokratischen Land mit relativ freier Presse. Man kann diese Regierungsform daher jedem Entwicklungsland empfehlen, aber erst bei politisch gebildeter Wählerschaft. So einem Land, wie Hussein Irak, Kaiser Deutschland, Sowjet Russland nützt es erst in der nächsten Generation.

Sie kennen den russischen Witz? "Wer wird der nächste russische Präsident sein?" "Putin." "Wie hoch wird er die Wahlen gewinnen?" "Ich sagte nicht, er wird die Wahlen gewinnen. Ich sagte, er wird der nächste Präsident sein."

Die Welt Mais und Weizenpreise sind in diesem Jahr 25% gestiegen, aber auch die Zuckerpreise haben sich in den letzten 18 Monaten verdoppelt. Aus Zucker machen sich die Brasilianer immer mehr ihren Sprit.

An der Effizienz muss geforscht werden und es wird daran gearbeitet. Bill Gates, der sicherlich heller ist, als die meisten von uns, hat 84 Mio. Dollar in dem Geschäft.

Auch Koshla hängt drin. Koshla ist gebürtiger Inder. Er kennt sich darin aus, Monopole zu knacken. Er war Mitbegründer von Sun Micro (gegen Microsoft) und Juniper Networks (gegen Cisco und die Telefon Oligopolisten).

Auch Virgins Rich Branson steckt Geld in Ethanol. Er hat sich erfolgreich mit unzähligen Geschäften abgegeben, die kein anderer für vernünftig hielt.

Allerdings wird es nie richtig laufen, bis die Leute es nachfragen. Die alte deutsche Art des erzwungenen Steuerzahler Sponsoring in aller Grosszügigkeit funktioniert so gut wie überall sonst auch, nämlich gar nicht, um eine Technologie innovativ durchzusetzen.

In Brasilien hat der Staat den Weg frei gemacht für ein profitables Wettbewerbssystem. Dort gibt's jetzt richtig reiche Bauern, wie in Deutschland zu Zeiten als das Pferd die Hauptenergiequelle war. Landwirt ist dort mit Sicherheit ein anderes Geschäft, als darauf zu warten, dass aus Gras Milch wird.

Im nächsten Beitrag will ich die Jahre des billigen Öls in eine geschichtliche Perspektive rücken und versuchen, Parallelen aufzuzeigen, die uns vielleicht helfen könnten, uns und unsere Kinder auf den richtigen Weg zu bringen.

Vielen Dank für Ihr Interesse.
28.2.07 20:58


Was haben wir denn längerfristig im Köcher, wenn es uns bereits dreckig geht?

Gas Hydrate, z.B. Methan Hydrat Vorräte sind grösser als alle Öl, Gas und Kohle Reserven weltweit. Geologie Professor Deffeyes meint, hier kann einer reicher werden als Bill Gates, aber einfach würde es nicht.

Die grossen Ölfirmen wissen das seit 1970 und ihnen fällt nicht ein, wie sie das Zeug rauskriegen. Aber die machen ja auch genug Kohle mit ihrem Öl, solange das Zeug keiner rauskriegt.

Bei Gas gibt's zudem ein Transportkosten Problem, wenn sie es nicht überall finden. Da muss wirklich ein heller Leser her. Wenn ich bei Ihrem Erfolg noch lebe, schicken sie mir was, wenn Sie's herausfinden. Mir geht's dann vielleicht noch bescheidener als heute.

Teer Sand, ein populäre canadische Aktienempfehlung im letzten Jahr hat kürzlich viele Investoren alt aussehen lassen. Es ist teurer, das Öl da herauszuholen, als man gedacht hatte.

Aber wenn das Öl richtig teuer wird, dann lohnt es sich wieder. Man muss allerdings etliche Milliarden und viele qualifizierte Leute in entlegende Gegenden schicken, wo die Besiedlungsdichte Vorpommerns aussieht, wie Manhattan zur Mittagsstunde. Immerhin, da gäbe es dann Arbeit und vielleicht gibt's ja dann keine Länderfinanzausgleiche oder keine Sozialleistungen mehr.

Windenergie ist bisher nur Spielzeug, das keine sichtbare Beule in den Verbrauch macht.

Sonnenenergie ist bisher nicht wettbewerbsfähig, weil viel zu teuer und nicht in allen Breiten brauchbar.

Wasserkraft, Bioenergie, Erdwärme Heizungen, Tidenenergie. (Ebbe/Flut) dito.

Wasserstoff und Ethanol kommt nächstesmal.

Ich denke schon, wenn wir 2 Mio. Jahre zurecht gekommen sind, werden wir auch weiter zurecht kommen, aber wenn wir uns des Namens Homo Sapiens würdig erweisen wollen, sollten wir mal anfangen mit dem Problem, sonst könnte es uns sehr, sehr dreckig gehen.

Mehr Lösungen im nächsten Beitrag.

Vielen Dank für Ihr Interesse.
23.12.06 20:51


Unser Leben nach Öl

Eine einfache Auffassung ist: Wir finden schon was anderes. Dampf aus Kohle hat das Pferd ersetzt. Öl hat den Dampf ersetzt. Irgend etwas wird das Öl ersetzen.

Ja, aber was ist besser, kräftiger, billiger, schnell genug in ausreichender Menge vorhanden, und verhindert einen Rückfall in eine Art Mittelalter, nachdem wir uns, wenn es uns eng wird, mit den Islamisten um deren letzte Tropfen geschlagen haben.

Es brauchen gar nicht die letzten Tropfen zu sein. Es wird masslos teuer werden, lange bevor es alle wird.

Technologische Innovationen und freie Konkurrenz im Markt, wer sie denn hat, werden vielleicht die Spitze der Produktionskurve ein wenig verschieben. Denn wenn die Preise steigen, werden sich in einer gering regulierten Wirtschaft etliche technologische Investitionen lohnen.

Das gilt auch für Verbrauchsländer. Viele produzierende Länder können noch effizienter werden. Die grössten Ölproduzenten sind Saudi Arabien, Russland und die USA, aber beim ersten kommen 7.7 Mio. Fass täglich aus 1560 Quellen, beim zweiten 7.4 Mio. Fass aus 41000 Quellen, und beim dritten 5.8 Mio. Fass aus 520000 Quellen.

Einige Horizontalbohrtechniken, die gerade von Saudia Arabien in der Welt grösstes Ölfeld eingebracht wurden, das die Hälfte der saudischen Produktion einbringt, sorgen dafür, dass was drin ist, schneller herauskommt. Wenn's alle ist, lernen wir das plötzlich in einer abendlichen Tagesschau, nicht Gauss-förmig.



Innerhalb von 5-10 Jahren dürften wir ganz ernsthafte Probleme bekommen. In dieser Zeit gibt's gerade mal Lösungen, wie mehr effizienteres Diesel, Kohle, Nuklear.

Einige Professoren sagten in den 50ern voraus, dass nukleare Energie, nachdem die Kapitalkosten der Reaktoren amortisiert seien, nahezu kostenlos werden würde, ähnlich wie wir es mit Telekommunikationskosten in den Ländern erleben, wo der Staat sich heraushält. Internationale Emails und lokale Telefonate sind dort gratis und alles andere steckt in der moderaten monatlichen Flat Rate.

Nuklear wird bei uns gerade abgebaut. Man wird es wohl teuer wieder aufbauen müssen. Und die Grünsten der Grünen werden es aufbauen wollen. So grün sind sie denn doch wieder nicht, wenn es sie selbst und ihre Lebenserwartung betrifft.

Und so wild ist es auch nicht. Der in 100 Jahren anfallende Nuklearabfall der grössten Verschwendernation Amerika würde in ein altes New Yorker Hochhaus der 30er Jahre passen. Man könnte meinen, einige Gegenden der Stadt würden durch den Müll zudem sogar sicherer als sie jetzt sind und strahlender beleuchtet.

Aber mal ernsthaft: Jedes Programm kann tot gelegt werden, indem man die Standards unmöglich hoch ansetzt. Das erleben wir in der Nuklearwirtschaft. Müll muss geschlossen gelagert werden für 10 mal die Halbwertzeit. Plutonium 239 hat eine Halbwertzeit von 24100 Jahren. 10x Halbwertzeit sind also 241000 Jahre. In den letzten 241000 Jahren haben wir 3 Eiszeiten gehabt.

Rücken wir das Ganze mal in Perspektive: Wann wird der Müll weniger radioaktiv als das Uran Erz, das man aus dem Berg geholt hat, um den Reaktor zu füttern? In etwa 15000 Jahren.

Wieviel davon kriegen wir? Ihr lebenslanger Stromverbrauch erzeugt etwa einen Türknauf voll. Die letzten drei Generationen der letzten kinderreichen Familien können das locker in ihren heimischen Garagenboden einlassen.

Die Standards sind deshalb so hoch gesetzt worden, weil man es unmöglich machen will aus Gründen, die mit Emotionen und Politik zu tun haben.

Kommen wir zur Kohle:

2/3 aller Kohle in den USA produziert Strom. Aus geringwertiger Kohle machte man aber in Deutschland bereits im Krieg 100 octan Flugzeugsprit.

China hat viel Kohle und offenbar genug Volksgenossen, um sie in den Gruben zu verheizen. Die Chinesen machen dank Texaco auch Sprit aus Kohle. Es geht also.

Das entstehende CO2 geht derzeit in den Himmel, könnte aber für verbesserte Nutzung von bestehenden Ölfeldern verkauft werden. Diese Art Umweltschaden wird wohl kurzfristig nicht zu vermeiden sein als Strafe, dass wir so spät anfangen zu denken.

Nuklear ist sauberer, wir haben genug Uran, und genug Forschung. Es ist nur etwas unpopulär. Wenn's schief geht, kann man es nicht vorher sehen.

Das ist so ähnlich wie mit Flugzeug Unfällen. Kommerzielle Flugzeugreisen sind viel, viel sicherer als Autoreisen, aber wenn's schief geht, sind's nicht ein oder zwei Opfer, von denen oft etwas Brauchbares übrig bleibt, sondern einhundert oder zweihundert und die sind mit einiger Sicherheit komplett hin. Sie geben in der Glotze kein gutes Bild ab, während man die Autounfälle nicht so mitbekommt und die meisten humpelnden Opfer sich mit der Zeit wieder hinrenken.

Mehr und mittelfristige Lösungen im nächsten Beitrag.

Vielen Dank für Ihr Interesse.
23.12.06 20:49


Sie möchten mehr andere Quellen zum Thema Öl Ende lesen?

Es gibt verschiedene Blogs zu dem Thema.

  • Googlen Sie mal unter Latoc. Da finden Sie www.LifeAfterTheOilCrash.net. Autor Matt Savinar ist ein etwas skurriler Rechtsanwalt ganz in der Nähe meiner Heimat in Santa Rosa, California. Er ist eher auf der Glas-halb-leer Seite, aber er hat auch gute Grundlagenbeiträge und ist sehr populär zu dem Thema. Ich glaube, er ist derzeit das meistgelesene Spezialblog dazu.

  • www.culturechange.org ist ein bisschen grün angehaucht und schon lange dabei.

  • www.cera.com. Autor Yergin ist ein Experte der vergleichsweise optimistischen Cambridge Energy Research Associates.

  • www.dieoff.org ist der Schocker, hart am Rande der Seriosität, aber gut zum Aufwachen.

Es gibt sehr seriöse Quellen und wissenschaftliche Werke zu Hubbert's Peak, z.B. 'Energy Resources'. Auch Schüler und Nachfolgewissenschaftler von Hubbert, wie etwa Kenneth Deffeyes, z.B. 'Beyond Oil' lohnt sich zu lesen. Das Vorgängerwerk ist 'The Impending World Oil Shortage', aber wenn sie das letztere lesen, haben sie das erste auch drauf.

In den weiteren Beiträgen sollen mögliche Lösungen in Augenschein genommen werden.

Vielen Dank für Ihr Interesse.
23.12.06 20:33


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