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Ethanol als Ölersatz

Das meiste Öl wird für Fortbewegung verbraucht, 75%. Flugzeuge verheizen nur etwa 6% des Fortbewegungsöls, also 4.5% über alles. Längerfristig werden wir andere Autos bauen, dichter bei der Arbeit wohnen und Online kommunizieren.

Über wenige Jahre aber ist die Nachfrage extrem unelastisch. Das heisst, wir werden unser Leben und unsere Wirtschaft nicht schnell umstellen können und beängstigende Einschränkungen verarbeiten müssen.

Die USA verbrauchen 25% des Öls der Welt. Deren Entwicklung spielt also eine Rolle. Mit Gas gibt's ein ähnliches Problem, aber nicht ganz so schlimm.

Die neuen Hydrogen Autos in Amerika von Lexus (Toyota) sind für breite Durchsetzung noch mit Billionenkosten verbunden für neue Produktions-, Logistiksysteme, Tankstellen und neue Autos. Sowas dauert auch alles ein Weilchen.

Der Wasserstoff Markt hat jetzt schon eine Milliarde Umsatz. 85% gehen in Dünger und in Benzin Additive. Eine Wasserstoffflamme ist übrigens ebenfalls fast unsichtbar. Die Politik kommt mit unsichtbaren Gefahren schwer zurecht, siehe Nuklear Energie.

Na schön sagen Sie, was ist mit Ethanol?

Den üblichsten Mix von 85% Ethanol und 15% Sprit könnten die meisten Tankstellen relativ schnell abgeben. Man bekommt dadurch etwa 30% mehr Verbrauch und trägt 150 Euro mehr in die Werkstatt. Das geht noch.

Funktioniert das irgendwo in grossem Massstab? Ja, funktioniert. In Brasilien. 3/4 der neuen Autos verwenden dort beides, je nachdem was grad billiger ist. Brasilien importiert kaum Öl.

Auch dabei würden aber erst noch für Milliarden Tankstellen, Raffinierien und viel Zeit ins Land gehen. Immerhin, es geht.

Problem allerdings: Die Brasilianer machen das mit Zuckerrohr, was bei denen billig wächst und sehr Energie effizient ist.

Brasilien ist zudem ein warmes Land und hat weniger Probleme mit den Kaltstarts, die mit Ethanol immer noch kommen. Aber dafür hat man ja noch beide Antriebe.

In unseren Breiten ist bisher Mais vorgeschlagen und verwendet worden, wobei sehr fraglich ist, ob man nicht bei dem Anbau für Düngung, Trecker und Verarbeitung mehr Energie verheizt, als man am Ende an Energie produziert. Hier gibt's noch Forschungsbedarf und möglicherweise zu wenig Zeit.

Das Getreide, das den 100l Tank eines Geländewagens/SUV füllt, würde einen Menschen für ein Jahr ernähren. Dabei sind die USA der Welt führender Getreideproduzent und Exporteur.

Das bedeutet, wenn das Getreide in die heimischen Sprittanks wandert, dann besteht die Gefahr, dass in einigen weniger demokratischen und daher weniger produktiven Entwicklungsländern Hunger ausbricht und damit Unruhe und Terror.

Die Geschichte kennt übrigens keine einzige Hungersnot in einem demokratischen Land mit relativ freier Presse. Man kann diese Regierungsform daher jedem Entwicklungsland empfehlen, aber erst bei politisch gebildeter Wählerschaft. So einem Land, wie Hussein Irak, Kaiser Deutschland, Sowjet Russland nützt es erst in der nächsten Generation.

Sie kennen den russischen Witz? "Wer wird der nächste russische Präsident sein?" "Putin." "Wie hoch wird er die Wahlen gewinnen?" "Ich sagte nicht, er wird die Wahlen gewinnen. Ich sagte, er wird der nächste Präsident sein."

Die Welt Mais und Weizenpreise sind in diesem Jahr 25% gestiegen, aber auch die Zuckerpreise haben sich in den letzten 18 Monaten verdoppelt. Aus Zucker machen sich die Brasilianer immer mehr ihren Sprit.

An der Effizienz muss geforscht werden und es wird daran gearbeitet. Bill Gates, der sicherlich heller ist, als die meisten von uns, hat 84 Mio. Dollar in dem Geschäft.

Auch Koshla hängt drin. Koshla ist gebürtiger Inder. Er kennt sich darin aus, Monopole zu knacken. Er war Mitbegründer von Sun Micro (gegen Microsoft) und Juniper Networks (gegen Cisco und die Telefon Oligopolisten).

Auch Virgins Rich Branson steckt Geld in Ethanol. Er hat sich erfolgreich mit unzähligen Geschäften abgegeben, die kein anderer für vernünftig hielt.

Allerdings wird es nie richtig laufen, bis die Leute es nachfragen. Die alte deutsche Art des erzwungenen Steuerzahler Sponsoring in aller Grosszügigkeit funktioniert so gut wie überall sonst auch, nämlich gar nicht, um eine Technologie innovativ durchzusetzen.

In Brasilien hat der Staat den Weg frei gemacht für ein profitables Wettbewerbssystem. Dort gibt's jetzt richtig reiche Bauern, wie in Deutschland zu Zeiten als das Pferd die Hauptenergiequelle war. Landwirt ist dort mit Sicherheit ein anderes Geschäft, als darauf zu warten, dass aus Gras Milch wird.

Im nächsten Beitrag will ich die Jahre des billigen Öls in eine geschichtliche Perspektive rücken und versuchen, Parallelen aufzuzeigen, die uns vielleicht helfen könnten, uns und unsere Kinder auf den richtigen Weg zu bringen.

Vielen Dank für Ihr Interesse.
28.2.07 20:58
 



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