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Öl als Grundlage der Wirtschaftskraft und Weltmachtstellung

Öl verdanken wir das Häuschen im Grünen, aber auch die geschichtliche Entwicklung des letzten Jahrhunderts.

Die Supermächte jeder Zeit hatten stets einige Faktoren gemeinsam. Sie hatten

  • wenige Grenzen zu verteidigen,
  • einen strategischen Waffenvorteil und
  • ihr Bruttosozialprodukt nahm zu Beginn ihrer Übermacht mehr als die Hälfte des Weltbruttosozialprodukts ein.


Das Entdecker Spanien etwa hatte eine Grenze nach Frankreich und eine insignifikante nach Portugal, Gold aus der neuen Welt, Navigationstechnologie und Musketen. Beim Übergang zu Frankreich als Supermacht gab es den 30-jährigen Krieg.

Frankreich hatte den Colbert Merkantilismus, an den Grenzen Spanien und ein schwaches, gespaltenes Deutschland, sowie überlegene neue Artillerie, deren Wirkungsweise sie heute noch an der Heidelberger Schlossruine studieren können. Beim Übergang zu England als Supermacht gab es die napoleonischen Kriege.

England hatte überhaupt keine Grenzen, das Kolonialreich mit Kohle und hatte Dampfkraft Technlogie. Wenn die ohne Segel den Jangtse Kiang hochfuhren, konnten die Chinesen dagegen nur Däumchen drehen. Beim Übergang zu Amerika als Supermacht gab es die Weltkriege.

Amerika hatte zwei leichte Grenzen zu friedlichen Mexikanern und Canadiern, einen gewaltigen heimischen Wachstumsmarkt und Öl in Texas und Colorado, als man im mittleren Osten noch dachte, das sei Medizin. Beim Übergang zu ??? gibt es .... Na, Prosit Neujahr und schönen Lebensabend.



Öl spielte eine wichtige Rolle beim Kollaps der Sowjet Union. Reagan musste viele Karikaturen über sich ergehen lassen, weil er den Russen Getreide verkaufte, aber deren Öllieferungen nach Europa schliesslich erfolgreich zu unterbinden verstand. Als er eine Ladung Korn vor dem Kreml beim General Sekraetär vorfährt, legt man ihm lästerlich in den Mund: Mehr Getreide, Du gottloser Barbar?

Die schwache kommunistische Wirtschaft konnte nicht genug Lebensmittel produzieren, um ihre Leute zu füttern und Reagan entzog Ihr Devisen, indem er es lieferte. Saudi Aramco setzte die Ölpreise auf sein Betreiben herunter und pumpte Öl wie doll. Die Russen konnten damals noch dreimal mehr Öl als die Saudis produzieren, aber zu viel höheren Kosten. Sie setzten im Westen wegen der niedrigen Preise nichts mehr ab. Damit fehlten dann Milliarden Devisen.

Reagan bewegte schliesslich die Europäer auch per Übereinkommen, Ihr Öl nicht von den Russen zu kaufen. Damit konnten die keinerlei nennenswerte Devisen mehr einfahren und weder Waffen, Technologie, noch vieles Lebensnotwendige importieren. Eine unfreie Wirtschaft ohne Wettbewerb hat keine Innovationskraft. Technologie musste daher importiert oder, ebenso oft, gestohlen werden.



Das heimische Öl war ursprünglich Grundlage unglaublicher amerikanischer Wirtschaftskraft und war strategischer Waffenvorteil. Öl getriebene Schiffe waren Dampfschiffen überlegen.

Aber heute hat sich das Bild gewandelt. Ein 30 Stockwerke hoher Flugzeugträger fährt keine 4 cm weit mit einem Liter Sprit. Die nötigen Mengen findet man jetzt im mittleren Osten. Ein Flugzeugträger stellt einen Riesenwert dar, aber mit einer Cruise Missile für 2 Mio. Dollar kann man ihn abschiessen.

Wer ist die nächste Supermacht? Ein Volk mit hoher wirtschaftlicher Kraft, also ohne bezahlten Urlaub und andere Dekadenz-Anzeichen, hoher Bevölkerungszahl, wenigen zu verteidigenden Grenzen. China? Zunächst einmal müssten sie allerdings ihre grosse Depression durchmachen, wie jede schnell wachsende Supermacht vor ihnen. Das könnte uns noch einmal eine Verschnaufpause bei den Ölpreisen bringen.

Was wird der strategische Waffenvorteil sein? Smart Bombs, die man Leuten wie Saddam direkt durch den Schornstein auf den Schreibtisch fliegen kann?

Jede neue Offensivwaffe brachte über kurz oder lang eine Defensiv Entsprechung hervor, so wie der Speer den Schild. Gegen Atomwaffen fehlt so ein Schild immer noch, gegen Handtaschenbomben auch. Ist ein Schild gegen den neuen Speer der Handtaschenbomber möglich?

Frieden und einen neuen strategischen Vorteil könnte die Erfindung eines Schildes gegen den Speer der Atomwaffen bringen, eine Strategic Defense Intiative (SDI StarWars), wie sie Reagan vorschwebte und wie sie von ihm angestossen wurde.

Dem Einwand, so etwas sei nicht mit 100% Schutz möglich, begegnete Reagan mit dem Argument: Auch eine schusssichere Weste schützt nicht zu 100%, aber ist das ein guter Grund, keine zu tragen?

Auch der künftige strategische Vorteil könnte mit Energie zu tun haben.



Als bei dem letzten Übergangskrieg dem alten Löwen England die Zähne ausfielen, beteiligten sich viele Herrenvölker an dem Supermachtrennen, die nicht hineingehörten.

Japan musste sich das Öl gewaltsam in Singapur holen und hatte in seinem imperialistischen Riesenküstenreich allerlei hässliche Grenzen zu verteidigen. Sie hatten die strategische Bedeutung des Öls gar nicht erkannt. In Pearl Harbor schlugen sie alles kurz und klein und vergassen, die Öltanks zu bombardieren. So war die U.S. Flotte schnell wieder fit.

Deutschland hatte haufenweise hässliche Grenzen zu mächtigen Nachbarn. Es gibt Leute, die der wohlbegründeten Ansicht sind, Hitler musste den Krieg 1939 beginnen, weil er in seinem staatsübersteuerten Reich sonst einer riesenhaften Rezession entgegen gesehen hätte.

Er musste Russland angreifen, weil er in Sebastopol an das Öl kommen musste. Rommel kapitulierte, weil er keinen Sprit mehr hatte. Die ersten Überschall Versuchsflugzeuge wurden mit Ochsen auf die Landebahn geschleppt, weil man nicht genug Treibstoff hatte.

Aber Deutschland lag bisher stets in der Mitte und wurde jedenfalls verwüstet bei den Übergangskriegen. Selbst im 30-jährigen Krieg, als hier keiner Supermacht oder Herrenvolk werden wollte. Immerhin wurde Deutschland auch dabei anschliessend als Verlierer und Kriegsschuldiger zum Aufteilen gebraucht.

Und für die Rolle bauen wir ja derzeit wieder spitzenmässig vor. Zu Hause wird das Militär radikal abgebaut. Alle über Jahre in die Dörfer aufgebauten Beziehungen der Einheiten in die Bevölkerung gehen verloren. Der Verteidigungsauftrag für das eigene Land ist schon nicht mehr durchführbar. Das auch für Katastrophen-, Epedemie- und Terrorfälle nützliche Lazarettsystem wurde aufgelöst.

Dafür sind wir buchstäblich überall in der Welt mit Militär unterwegs, um uns in andrer Leute Leben und Mohn-Anbau einzumischen und uns nach Möglichkeit langfristig unbeliebt zu machen.

Wenn dann hier keine Kasernen mehr sind, und die alte Supermacht uns nicht mehr schützen kann, müssen wir uns dann wirklich wundern, wenn die Leutchen vom Hindukusch mal gucken kommen, was es hier bei uns so zu holen gibt, wo die mit dem feschen oliven Spielzeug alle herkommen?

War das nicht genau das, was den Römern passiert ist? Ihren heimischen Limes und deren Betreiber kannten Alarich und Attila ganz gut. Schaun wir mal, dachten sie, wo die dekadenten Chefs auf den Geldsäcken sitzen und mit den Beinen schlenkern. Mal sehen, ob die in Rom noch ein Schwert schwingen können.

Stets, wenn sich die Verhältnisse umkehren, soll man vorsichtig werden. Wenn die fleissigen Deutschen in die Türkei fahren zum Urlaub machen und die faulen Türken nach Deutschland kommen zum Arbeiten, dann fängt es an schwierig zu werden.

In diesem Fall ist ein Umschwung globalen Ausmasses durch das Ende des Öls direkt vorauszusehen. Enorme Kostensteigerungen und Veränderungen der Lebensqualität stehen an. Punktuell konzentrierte Resourcen von denn wir abhängig sind, werden knapp. Gibt es klarere Vorzeichen für kommenden, zumindest höchst wahrscheinlichen Unfrieden? Ist der nicht durch die Rucksackbomber schon zu erkennen?

Krieg kommt über ein Land nicht wegen zuviel Militär, sondern wegen zuwenig. Angegriffen wird stets der, den man glaubt angreifen zu können.

Staaten misstrauen sich nicht, weil sie rüsten, sondern sie rüsten, weil sie sich misstrauen. Der Iran fürchtet, um sein letztes Öl gebracht zu werden durch Atombomben in den Händen derer ohne Öl. Die ohne Öl fürchten, um Ihre Technologie und ihren Reichtum gebracht zu werden durch Atombomben in den Händen von Leuten, die Menschenleben wenig Wert beimessen und ihnen den Hahn zudrehen.



Wie lange kann es dauern, bis so eine Grossmacht, wie Amerika, sich in Grund und Boden wirtschaftet, wenn sie ihre alten Gründungswerte vergisst, keine guten Führungskräfte mehr hervorbringt, und damit Wechselgefahren für die ganze Welt herauf beschwört?

Bismarck wusste es und sagte in einem privaten Gespräch nach seiner Entlassung und nicht lange vor seinen Ableben: "20 Jahre nach dem Tod Friedrichs des Grossen (1786) kam Jena und Auerstedt. (Der Zusammenbruch Preussens und des deutschen Reiches unter Napoleon 1806.) Und wenn die in Berlin so weiterwursteln, dann wird 20 Jahre nach meinem Tode die Katastrophe eintreten."

Bismarck starb 1898 und der erste Weltkrieg endete 1918, also 20 Jahre später, mit Deutschland als Verlierer und welteinmütigem Kriegsschuldigen.

Reagan starb 2004, ziehen wir mal 4-5 Jahre von den 20 Jahren ab, in denen auch schon Napoleon und der Weltkrieg unterwegs waren, so bringt uns das bis in das Jahr 2020 - 2025. Kohl lebt ja noch. Vielleicht dauert es in Deutschland etwas länger.

Können Sie sich an das Hippy Lied aus kalten Kriegszeiten erinnern: In the Year 2525, if men is gonna be alive ...? In diesem Sinne lassen Sie uns leben und das Leben geniessen. Es macht doch Spass einige genüssliche Lebensinhalte in althergebrachter Weise selbst zu machen, nicht etwa, wie dort beschrieben: You pick your son, pick your daughter too, from the boardroom of a long drive through.

Schon Sokrates wusste: Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen. Wir kommen schon durch. Versuchen wir im Zeichen der Globalisierung unser Risiko zu streuen, wie Rothschild, der gegen Judenverfolgungen und Diskriminierungen seine Söhne nicht in Paris beliess, sondern in alle europäischen Wirtschaftsmetropolen verteilte.

Für jedes Land ist ein gut ausgestattetes Militär, das zu Hause gut übt und ansonsten jeden Unfug vermeidet, genau wie eine Feuerversicherung für jeden Privathaushalt. Man kann nur jedem empfehlen, eine abzuschliessen. Und zwar bevor es nahebei brennt. Wenn es erst brennt, ist es zu spät.

Innerer Friede, den eine gute Polizei gewährleistet, sowie äusserer Friede, den gutes Militär gewährleistet, sind Grundvoraussetzungen für Wirtschaftskraft, denn sie erlauben den Aufbau und Erhalt von Wert. Unfriede zerstört Wert.

Solange man inneren und äusseren Frieden gewährleisten kann, und dazu auch mit geringer Regulation und Besteuerung Wirtschaftskraft stärkt, solange braucht man die strategischen Resourcen nicht selbst zu besitzen. Die Öl-armen Kriegsverlierer beim letzten Supermachtwechsel Japan und Deutschland haben es in den letzten 60 Jahren bewiesen.

Vielen Dank für Ihr Interesse.
5.3.07 20:59
 



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